PISA-Studie - Lesekompetenz hat sich weiter verschlechtert
https://orf.at/stories/3441527/
Bei den am Dienstag veröffentlichten Ergebnissen des Programme for International Student Assessment (PISA-Studie) liegt Österreich erstmals über dem Durchschnitt der OECD-Staaten. Allerdings wurden diesmal international die niedrigsten jemals beobachteten Werte in den Fächern Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik verzeichnet. Auch Österreich verzeichnete Leistungsrückgänge bei den Lese- und Mathematikkompetenzen. Verbesserungen gab es im Bereich der Naturwissenschaften.
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: OECD
Besonders drastisch ist die negative Entwicklung beim Lesen. Österreich erreichte 467 Punkte und landete damit hinter der Türkei (472) und knapp vor Deutschland (465). Auch das einstige Bildungsmusterland Finnland erreichte nur knapp 474 Punkte. OECD-weit gingen die Leseergebnisse um 14 Punkte zurück. 20 Punkte entsprechen etwa einem Lernjahr.
Ein ähnliches Bild zeigte sich im Bereich der Mathematik. Die in Österreich getesteten 15- und 16-Jährigen erreichten 477 Punkte, deutlich über dem OECD-Schnitt (463), aber um zehn Punkte weniger als bei der letzten PISA-Testung 2022. OECD-weit schnitten Südkorea und Japan am besten ab. In Europa erreichten Irland (Lesen) und Estland (Naturwissenschaften, Mathematik, Lernen in digitaler Welt) die besten Werte. Die absolut besten Ergebnisse erzielten die extra ausgewerteten vier chinesischen Provinzen Peking, Schanghai, Jiangsu und Zhejiang sowie Singapur.
Ungenaues Lesen nimmt zu
Mit den Leseleistungen sind laut OECD auch Fähigkeiten zurückgegangen, die im Zeitalter von künstlicher Intelligenz (KI) besonders wichtig sind: das Bewerten von Informationen, Verbindungen zwischen verschiedenen Quellen herstellen und kritisches Hinterfragen des Gelesenen. Zwischen 2018 und 2025 hat sich nach Angaben der OECD die Zahl der Schüler und Schülerinnen, die schnell, aber ungenau lesen, auf neun Prozent fast verdoppelt.
PISA
Insgesamt wurden für die 2025 durchgeführte PISA-Erhebung 760.000 Schüler und Schülerinnen in 91 Ländern getestet. In Österreich nahmen rund 7.000 15- und 16-Jährige in 256 Schulen teil. Erstmals wurde der Bereich „Lernen in der digitalen Welt“ abgefragt. Dabei ging es um Fragen, die mit computergestützter Technologie gelöst werden mussten.
Deutlich zeigt sich, dass KI weit verbreitet ist. Fast jeder zweite 15- bzw. 16-Jährige in OECD-Ländern verwendet wöchentlich oder öfter einen KI-Chatbot als Lernunterstützung. Inwieweit sich KI auf die schulischen Leistungen auswirkt, hängt laut den Studienergebnissen davon ab, für welche Aufgaben diese verwendet wird.
Jugendliche, die KI etwa für Textzusammenfassungen und Entwürfe verwenden, erzielen in den Naturwissenschaften niedrigere Ergebnisse als Gleichaltrige, die KI nicht verwenden. Wer KI allgemeiner und etwa Lernmöglichkeiten zur Entwicklung von KI-Kompetenzen nutzt, schneidet besser ab.
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Bei den am Dienstag veröffentlichten Ergebnissen des Programme for International Student Assessment (PISA-Studie) liegt Österreich erstmals über dem Durchschnitt der OECD-Staaten. Allerdings wurden diesmal international die niedrigsten jemals beobachteten Werte in den Fächern Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik verzeichnet. Auch Österreich verzeichnete Leistungsrückgänge bei den Lese- und Mathematikkompetenzen. Verbesserungen gab es im Bereich der Naturwissenschaften.
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: OECD
Besonders drastisch ist die negative Entwicklung beim Lesen. Österreich erreichte 467 Punkte und landete damit hinter der Türkei (472) und knapp vor Deutschland (465). Auch das einstige Bildungsmusterland Finnland erreichte nur knapp 474 Punkte. OECD-weit gingen die Leseergebnisse um 14 Punkte zurück. 20 Punkte entsprechen etwa einem Lernjahr.
Ein ähnliches Bild zeigte sich im Bereich der Mathematik. Die in Österreich getesteten 15- und 16-Jährigen erreichten 477 Punkte, deutlich über dem OECD-Schnitt (463), aber um zehn Punkte weniger als bei der letzten PISA-Testung 2022. OECD-weit schnitten Südkorea und Japan am besten ab. In Europa erreichten Irland (Lesen) und Estland (Naturwissenschaften, Mathematik, Lernen in digitaler Welt) die besten Werte. Die absolut besten Ergebnisse erzielten die extra ausgewerteten vier chinesischen Provinzen Peking, Schanghai, Jiangsu und Zhejiang sowie Singapur.
Ungenaues Lesen nimmt zu
Mit den Leseleistungen sind laut OECD auch Fähigkeiten zurückgegangen, die im Zeitalter von künstlicher Intelligenz (KI) besonders wichtig sind: das Bewerten von Informationen, Verbindungen zwischen verschiedenen Quellen herstellen und kritisches Hinterfragen des Gelesenen. Zwischen 2018 und 2025 hat sich nach Angaben der OECD die Zahl der Schüler und Schülerinnen, die schnell, aber ungenau lesen, auf neun Prozent fast verdoppelt.
PISA
Insgesamt wurden für die 2025 durchgeführte PISA-Erhebung 760.000 Schüler und Schülerinnen in 91 Ländern getestet. In Österreich nahmen rund 7.000 15- und 16-Jährige in 256 Schulen teil. Erstmals wurde der Bereich „Lernen in der digitalen Welt“ abgefragt. Dabei ging es um Fragen, die mit computergestützter Technologie gelöst werden mussten.
Deutlich zeigt sich, dass KI weit verbreitet ist. Fast jeder zweite 15- bzw. 16-Jährige in OECD-Ländern verwendet wöchentlich oder öfter einen KI-Chatbot als Lernunterstützung. Inwieweit sich KI auf die schulischen Leistungen auswirkt, hängt laut den Studienergebnissen davon ab, für welche Aufgaben diese verwendet wird.
Jugendliche, die KI etwa für Textzusammenfassungen und Entwürfe verwenden, erzielen in den Naturwissenschaften niedrigere Ergebnisse als Gleichaltrige, die KI nicht verwenden. Wer KI allgemeiner und etwa Lernmöglichkeiten zur Entwicklung von KI-Kompetenzen nutzt, schneidet besser ab.