Daniel Schreiber: Liebe! Ein Aufruf
Picus Verlag, 160 S., ©2025
Bei den Ottensheimer Literaturtagen im Alten Bauhof habe ich den Berliner Autor Daniel Schreiber gehört - und war beeindruckt.
In seinem Essay beschreibt er Ohnmacht als politisches Grundgefühl unserer Zeit. Die Angst wächst, dass Hass, Menschenverachtung, Autokraten und Rechtsextreme demokratische Errungenschaften und Freiheitsrechte gefährden. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen ins Private zurückziehen. Doch gerade jetzt braucht es Widerstand und gemeinschaftliches Handeln. Inspiriert von der Philosophie entwickelt Daniel Schreiber einen radikalen Gedanken: Liebe als politische Kraft. Gemeint ist nicht Romantik, sondern die Liebe zur Welt. Historische Beispiele wie die US-Bürgerrechtsbewegung, Ghandis Widerstand, die Samtene Revolution in der Tschechoslowakei, die Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika, sowie Friedens- und Frauenbewegungen zeigen, dass gewaltloser Widerstand politischen Wandel bewirken kann. Kann Liebe autoritären Tendenzen entgegenwirken?
Der Autor liefert dazu einen dringlichen Aufruf: Demokratie braucht Menschen, die einander nicht aufgeben, das Verbindende suchen und politische Gegner nicht zu Feinden erklären. Liebe ist keine Garantie für den Sieg des Guten, aber eine bewusste Entscheidung, dem Hass nicht mit Hass zu begegnen – und für Gemeinsinn, Verbundenheit und eine menschlichere Gesellschaft einzutreten.